Mit der notariellen Unterzeichnung des Verbundvertrages haben sich die Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz und DIAKOMED – Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land sowie die Gesellschafter der Stadtmission und die Minderheitsgesellschafter, die Städte Burgstädt und Limbach-Oberfrohna, verbindlich zu einer Verbundlösung verständigt. Der Start für die Zusammenarbeit ist für den 1. Februar 2026 geplant. Final bestätigt wird der Verbund dann nach Verabschiedung des Krankenhausplans und der Genehmigung zum Transformationsfonds durch das Sächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Nachdem die Stadt Chemnitz bereits im Dezember 2025 über ihren Gesellschaftervertreter einer Beteiligung des Klinikums Chemnitz in Höhe von 80 Prozent am DIAKOMED – Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land zugestimmt hat, haben die Partner nun den vertraglichen Grundstein für einen neuen kommunalen Klinikverbund in Südwestsachsen gelegt, der die medizinische Versorgung langfristig stabilisiert, Spezialisierungen ermöglicht, wirtschaftliche Effizienzpotenziale erschließt und so beide Klinikstandorte nachhaltig sichert und weiterentwickelt. Der Zusammenschluss erfolgt im Kontext der bundesweiten Krankenhausreform, die eine strukturelle Neuausrichtung und Konzentration medizinischer Leistungen vorsieht.

Die medizinische Versorgungslage in Südwestsachsen ist durch altersbedingte Demografie, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Herausforderungen im Gesundheitssystem geprägt. Als Antwort auf diese Herausforderungen sowie vor dem Hintergrund der angestrebten Konzentrations- und Spezialisierungsgedanken der Krankenhausreform ist das Verbundkonzept Klinikum Chemnitz und DIAKOMED – Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land entstanden. Aufgrund der angespannten Finanzierungssituation der Krankenhauslandschaft werden mit dem Verbund Effizienzpotenziale erschlossen und redundante Angebote abgebaut. Durch eine Konzentration von Leistungen auf erfahrene Leistungserbringer steigt die Behandlungsqualität. Gleichzeitig ist es ein zentrales Ziel, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den patientennahen Bereichen langfristig an beiden Standorten zu binden.

Zunächst werden in den Dienstleistungsbereichen beider Häuser sukzessive Synergien erschlossen. Die weitere Umsetzung der strategischen Konzentration ist bis 2027 geplant. Das Konzept sieht vor, die Leistungen innerhalb des Verbundes neu zu strukturieren. So sollen die invasive Kardiologie, die (Tele-)Stroke Unit und die Gefäßchirurgie von Hartmannsdorf an die hierfür hochspezialisierten Abteilungen des Klinikums Chemnitz verlagert werden. Unter Berücksichtigung der noch nicht verabschiedeten Reform des Notfallgesetzes wird darüber hinaus eine Neukonzeption der Notfallversorgung geprüft. Das DIAKOMED – Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land wird als leistungsstarker Elektivstandort für orthopädische Eingriffe weiter gestärkt, zudem wird die akutgeriatrische Versorgung in Hartmannsdorf konzentriert und weiter ausgebaut. All diese Maßnahmen sollen den Standort wirtschaftlich langfristig sichern. Durch den Verbund werden sowohl das Klinikum Chemnitz als überregionaler Maximalversorger, als auch das DIAKOMED – Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land als spezialisierter, wirtschaftlich stabiler Elektivstandort langfristig gestärkt.

„Die Beteiligung des Klinikums Chemnitz am DIAKOMED – Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land ist eine strategisch und medizinisch sinnvolle sowie notwendige Maßnahme, um die regionale Versorgungssicherheit zu stärken, die Qualität zu verbessern, die Anforderungen der Krankenhausreform umzusetzen, Synergien und Wirtschaftlichkeit zu steigern und kommunale Gesundheitsstrukturen zukunftsfähig aufzustellen“, sagt Martin Jonas, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz. „Wir freuen uns, dass wir mit der Vertragsunterzeichnung einen relevanten Schritt für eine Verbesserung der regionalen Gesundheitsversorgung vollzogen haben.“

„Mit der nun vertraglich vollzogenen strategischen Partnerschaft leisten wir unseren Beitrag zur Sicherstellung einer flächendeckenden und hochwertigen Krankenhausversorgung in Südwestsachsen“, sagt Johannes Härtel, Kaufmännischer Direktor der Stadtmission Chemnitz. „Die Kooperation markiert einen bedeutenden Schritt hin zu einer zukunftsfähigen, leistungsstarken und wohnortnahen Gesundheitsversorgung.“

„Mit der Sicherung des Hauses durch den Verbund bleibt DIAKOMED ein relevanter Anker der Gesundheitsversorgung in der Region. Die Partnerschaft mit dem Klinikum Chemnitz eröffnet neue Möglichkeiten, das medizinische Angebot gezielt weiterzuentwickeln – mit einem Selbstverständnis, das auch aus der diakonischen Tradition des Hauses gewachsen ist“, so Karla McCabe, Direktorin der Stadtmission Chemnitz. 

„Die nun final bestätigte strategische Kooperation beider Häuser fußt auf der von uns entwickelten langfristig ausgerichteten Medizinstrategie“, sagt Prof. Dr. Martin Wolz, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz. „Diese definiert ein klares Versorgungsprofil für beide Kooperationspartner, in dem Leistungsangebote standortübergreifend gebündelt, konzentriert oder neu verteilt werden. Ziel dieser Profilierung ist eine noch effektivere Versorgung bei gleichzeitiger Spezialisierung.“

Das Gruppenbild der Geschäftsführer, der Gesellschafter, der anwaltlichen Vertretung sowie der Leitungen der Träger mit Rechtsanwalt Martin Schwandt; Martin Jonas, Kaufmännischer Geschäftsführer Klinikum Chemnitz; Prof. Dr. Martin Wolz, Medizinischer Geschäftsführer Klinikum Chemnitz; Karla McCabe, Direktorin der Stadtmission Chemnitz; Johannes Härtel, Kaufmännischer Direktor der Stadtmission Chemnitz; Lars Naumann, Bürgermeister Burgstädt; Jens Fichtmüller, Geschäftsführer Diakomed; Gerd Härtig, Oberbürgermeister, LimbachOberfrohna (von links)

Bildnachweis Foto: Klinikum Chemnitz

DIAKOMED – Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land gGmbH
Das DIAKOMED ist ein Regelversorger mit 210 Planbetten der Somatik sowie 12 tagesklinischen Betten (Akutgeriatrie) gemäß Krankenhausplan 2024. Derzeit verfügt das DIAKOMED über Kliniken und Fachabteilungen für Innere Medizin (Kardiologie und Gastroenterologie), Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie mit zertifiziertem Endoprothetikzentrum, Akutgeriatrie, Notaufnahme mit ITS, eine zertifizierte Stroke Unit, Radiologie, Zentrallabor und Physiotherapie.
Gesellschafter des DIAKOMED sind die Stadtmission Chemnitz e.V. mit einer Beteiligung von 90 % sowie die Städte Burgstädt und die Große Kreisstadt Limbach-Oberfrohna einer Beteiligung von jeweils 5 %.
Im Jahr 2024 wurden am DIAKOMED rund 7.000 Patienten voll- und teilstationär sowie ca. 15.000 Patienten ambulant behandelt. Damit stellt das DIAKOMED mit 400 Mitarbeitenden eine wichtige Einrichtung zur medizinischen Versorgung der Bürger im Chemnitzer Umland dar. Das DIAKOMED realisierte im Jahr 2024 einen Jahresumsatz von etwa 40 Mio. €.

Klinikum Chemnitz gGmbH Die Klinikum Chemnitz gGmbH ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und befindet sich zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Chemnitz. Das Klinikum ging 1994 aus den Städtischen Kliniken hervor, deren historische Wurzeln im mittelalterlichen Hospital St. Georg liegen, das im 14. Jahrhundert gegründet wurde. Das gemeinnützige Unternehmen verfügt über 1.735 Planbetten an drei Standorten in Chemnitz. Es ist damit das drittgrößte Krankenhaus Deutschlands in kommunaler Trägerschaft.
Im Jahr 2024 wurden rund 61.700 Patienten voll- und teilstationär sowie etwa 75.000 Patienten ambulant im Klinikum Chemnitz behandelt. Derzeit sind im Klinikum Chemnitz sowie in den Tochter- und Beteiligungsunternehmen rund 7.250 Mitarbeiter beschäftigt. Der Konzern Klinikum Chemnitz realisierte im Jahr 2024 einen Jahresumsatz von etwa 660 Mio. €.
Das Klinikum Chemnitz ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten in Dresden und Leipzig. Die TU Dresden und das Klinikum Chemnitz bieten gemeinsam den medizinischen Modellstudiengang MEDiC an.